Passwort: “123456″

22 01 2010

Bildquelle: http://www.pcbeirat.de

Passwort 123456? Hacker sollten diese unglaublich einfallslose Kombination in Zukunft wohl öfters probieren, bevor sie ganze Knacktools zum Herausfinden eines Passwortes einsetzen! Die Sicherheitsfirma Imperva hat die Gelegenheit gehabt, 32 Millionen Passwörter auszuwerten, die 2009 bei einer Sicherheitspanne ungewollt veröffentlicht wurden und war wohl ziemlich schockiert: Das meistverwendete Passwort war demnach wirklich “123456″!

Auch die anderen hier aufgelisteten Passwörter sind nicht wirklich schlauer:

  • Platz 2: “12345″
  • Platz 3: “123456789″
  • Platz 4: “Password”
  • Platz 5: “iloveyou”
  • Platz 6: “princess”
  • Platz 7: “rockyou”
  • Platz 8: “1234567″
  • Platz 9: “12345678″
  • Platz 10: “abc123″

Was viele im ersten Moment zum lachen bringt ist in Wirklichkeit alles andere als lustig: Das Verwenden solcher Passwörter lädt nicht nur zum “Datenklau” und “hacken” ein, sondern ist auch gefährlich: Vertrauliche Daten sind absolut ungeschützt!

Ist mein Passwort sicher?

Wer sich nicht sicher ist, ob sein Passwort sicher genug ist, kann dies durch einen sogenannten Online-Kennwortprüfer wie beispielsweise dem Microsoft-Kennwort-Prüfer kostenlos überprüfen.

Wie erstelle ich ein sicheres Passwort?

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik hat dazu eine Liste an Tipps für ein sicheres Passwort herausgegeben:

(Quelle: https://www.bsi-fuer-buerger.de/ContentBSIFB/ITSicherheit/Schuetzenaberwie/Passwoerter/passwoertertipps.html)

1. Ein gutes Passwort

… sieht so aus: Es sollte mindestens acht Zeichen lang sein. Tabu sind allerdings Namen von Familienmitgliedern, des Haustieres, des besten Freundes, des Lieblingsstars usw. Und wenn möglich sollte es nicht in Wörterbüchern vorkommen. Zusätzlich sollte es auch Sonderzeichen (?!%……) und Ziffern enthalten. Dabei sollten allzu gängige Varianten vermieden werden, also nicht 1234abcd usw. Einfache Ziffern am Ende des Passwortes anhängen oder eines der üblichen Sonderzeichen $, !, ?, #, am Anfang oder Ende eines ansonsten simplen Passwortes ist auch nicht empfehlenswert.

Aber wie merkt man sich ein solches Passwort? Auch dafür gibt es Tricks. Eine beliebte Methode funktioniert so: Man denkt sich einen Satz aus und benutzt von jedem Wort nur den 1. Buchstaben (oder nur den 2. oder letzten, etc.). Anschließend verwandelt man bestimmte Buchstaben in Zahlen oder Sonderzeichen.
Hier ein Beispiel:
“Morgens stehe ich auf und putze meine Zähne.” Nur die 1. Buchstaben: “MsiaupmZ”. “i” sieht aus wie “1″, “&” ersetzt das “und”: “Ms1a&pmZ”.
Auf diese Weise hat man sich eine gute “Eselsbrücke” gebaut. Natürlich gibt es viele andere Tricks und Methoden, die genauso gut funktionieren.

2. Passwörter regelmäßig ändern

Jedes Passwort sollte in regelmäßigen Zeitabständen geändert werden. Viele Programme erinnern Sie automatisch daran, wenn Sie das Passwort z. B. schon ein halbes Jahr benutzen. Diese Aufforderung nicht gleich wegklicken – sondern ihr am besten gleich nachkommen! Natürlich ist es da schwer, sich alle Passwörter zu merken. Womit wir beim nächsten Punkt sind.

3. Passwörter nicht notieren

Auch wenn es bei selten genutzen Zugangsdaten schwerfällt – grundsätzlich sollten Sie sich Passwörter nicht aufschreiben.

4. Keine einheitlichen Passwörter verwenden

Problematisch ist die Gewohnheit, einheitliche Passwörter für viele verschiedene Zwecke bzw. Zugänge (Accounts) zu verwenden. Denn gerät das Passwort einer einzelnen Anwendung in falsche Hände, so hat der Angreifer freie Bahn für Ihre übrigen Anwendungen. Das können z. B. die Mailbox oder alle Informationen auf dem PC sein.

5. Voreingestellte Passwörter ändern

Bei vielen Softwareprodukten werden bei der Installation (bzw. im Auslieferungszustand) in den Accounts leere Passwörter oder allgemein bekannte Passwörter verwendet. Hacker wissen das: Bei einem Angriff probieren sie zunächst aus, ob vergessen wurde, diese Accounts mit neuen Passwörtern zu versehen. Deshalb ist es ratsam, in den Handbüchern nachzulesen, ob solcheAccounts vorhanden sind und wenn ja, diese unbedingt mit individuellen Passwörtern abzusichern.

6. Bildschirmschoner mit Passwort sichern

Bei den gängigen Betriebssystemen haben Sie die Möglichkeit, Tastatur und Bildschirm nach einer gewissen Wartezeit zu sperren. Die Entsperrung erfolgt erst nach Eingabe eines korrekten Passwortes. Diese Möglichkeit gibt es nicht umsonst. Deshalb: Nutzen Sie sie! Ohne Passwortsicherung können unbefugte Dritte sonst bei vorübergehender Abwesenheit des rechtmäßigen Benutzers Zugang zu dessen PC erlangen. Natürlich ist es ziemlich störend, wenn die Sperre schon nach weniger Zeit erfolgt. Unsere Empfehlung: 5 Minuten nach der letzten Benutzereingabe. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, die Sperre im Bedarfsfall auch sofort zu aktivieren (z. B. bei einigen Windows-Betriebssystemen: Strg+Alt+Entf drücken).

© Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik. All rights reserved

Quellen (Zugriff: 22.01.2010):

http://www.n-tv.de/technik/computer/Plemplem-Passwoerter-sind-in-article692311.html

https://www.bsi-fuer-buerger.de/ContentBSIFB/ITSicherheit/Schuetzenaberwie/Passwoerter/passwoertertipps.html

Bildquelle (Zugriff: 22.01.2010):

http://www.pcbeirat.de/wp-content/uploads/2008/01/lockimage-passwort-eingeben-thumb.png

j24





Papst-Attentäter Ali Agca aus Haft entlassen

19 01 2010

Bildquelle: http://msnbcmedia1.msn.com

Nach fast 30 Jahren in Haft ist Papst-Attentäter Mehmet Ali Agca aus der Haft in der Türkei entlassen worden! Da er jedoch nie einen Wehrdienst gleistet hatte, musste er zunächst einmal gemustert werden. Der Befund war schnell klar: Ali Agca ist untauglich, ihm wurde eine “fortgeschrittene anti-soziale Persönlichkeitsstörung” bescheinigt.

Memoiren schreiben

Über seine Anwälte ließ Agca seine näheren Pläne verkünden: Er wolle zunächst zwei Wochen Urlaub machen, ehe er dann eines der angeblich zahlreichen Angebote (auch aus Hollywood) annehme, um seine Memoiren zu schreiben. Auch das Grab von Johannes-Paul II wolle er besuchen.

Hintergründe zur Haft Agcas

Als rechtsradikaler Gewalttäter hatte Agca 1979 in der Türkei den Journalisten Abdi Ipekci erschossen und war dafür zum Tode verurteilt worden. Kurz darauf floh er jedoch aus dem Gefängnis ins Ausland und feuerte am 13. Mai 1981 auf dem Petersplatz auf Papst Johannes-Paul II, der schwer verwundet wurde. Agca wurde sofort festgenommen und saß insgesamt 19 Jahre in italienischer Haft, ehe er im Jahr 2000 begnadigt und in die Türkei abgeschoben wurde, wo er zunächst die Haftstrafe für seinen Mord an Abdi Ipekci absitzen durfte. Agca kündigte während seiner Haft mehrmals das Ende der Welt an und bezeichnet sich selbst als Messias.

Quelle: http://www.tagesschau.de/ausland/agca112.html /(Zugriff: 18.01.2010)

Bildquelle: http://msnbcmedia1.msn.com/j/msnbc/Components/Photos/060112/060112_pope_vmed_3a.widec.jpg (Zugriff: 18.01.2010)

j24





Happy New Year!!!

31 12 2009
Happy New Year!

Quelle: http://www.reederei-riedel.de/files//feuerwerk6.jpg

Journal 24 wünscht Ihnen ein frohes und gutes neues Jahr 2010!

j24





Trotz Krise gibt es sie noch…die gute Nachricht des Tages

17 12 2009

Die Krise (alt- und gelehrtes Griechisch κρίσις, krísis – heute κρήση, krísi – ursprünglich „die Meinung“, „Beurteilung“, „Entscheidung“, später mehr im Sinne von „die Zuspitzung“) bezeichnet eine problematische, mit einem Wendepunkt verknüpfte Entscheidungssituation. „Krise“ wird in den verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen auf sehr unterschiedliche Weise thematisiert: in der Medizin und Psychologie, in der Wirtschaftswissenschaft und Soziologie (Soziologie als Krisenwissenschaft oder als Wissenschaft selbst in der Krise) wie auch in der Ökologie und Systemtheorie. (Quelle – Wikipedia)

Weltwirtschaftskrise, Bankenkrise, Finanzkrise, Klimakrise…wir stolpern von einer Krise in die andere. So mancher fragt sich vermutlich, ob die Welt nur noch aus Krisen besteht, denn egal welches Medium man aufschlägt oder benutzt: Die Krise ist das prägende Wort unserer Zeit!

Das für viele die abendlichen Nachrichten zur Qual werden ist dabei kein Wunder:  Der Zuschauer, Höhrer und Leser wird mit einer “Hiobs-Botschaft” nach der anderen Konfrontiert. Gute Nachrichten Fehlanzeige? Nein! Es gibt sie noch, die “guten” Nachrichten!

Auf www.n-tv.de wird jeden Tag eine “gute Nachricht” veröffentlicht, die der Menschheit einen Funken Hoffnung spendet. Noch ist also nicht alles aus und vorbei, denn die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt!

Hier gehts zur “guten Nachricht”!

j24





Wie viel Wehrmacht steckt in der Bundeswehr?

11 04 2009
Quelle: http://www.rbb-online.de/kontraste

Quelle: http://www.rbb-online.de/kontraste

Diese Frage stellte sich auch das Magazin “Kontraste” und fand unglaubliches heraus: In den Lehrbüchern der Bundeswehr wimmelt es nicht nur von Beispielen aus dem 2. Weltkrieg und dem dritten Reich, sondern auch Zitate und Ansichten aus der schrecklichen Zeit werden scheinbar ohne Bedenken weiter vermittelt: “Kontraste” entdeckte in eben diesen Lehrbüchern unter anderem Zitate wie “Totaler Krieg – Kürzester Krieg” oder „Den beherrschenden Mittelpunkt bildet die bei der Vereidigung dem Führer…gelobte Treue”, welche die Soldaten bei der Ausbildung in „Kampf –Stimmung“ bringen sollen.

Nachfolgend die Ergebnisse von Kontraste:

Do 09.04.09 21:45

Unselige Traditionen – wie viel Wehrmacht steckt in der Bundeswehr?

Durch die Kasernen der Bundeswehr weht immer noch der Geist der Wehrmacht. Kontraste deckt auf, wie massiv die Bundeswehr auf fragwürdige Quellen und Ausbildungsinhalte der Wehrmacht zurückgreift. Wie verbreitet diese unselige Tradition noch ist, schildert ein Bundeswehrausbilder exklusiv in Kontraste.

Der Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan und im Kosovo zeigt, die Aufgaben unserer Truppe haben sich enorm gewandelt. Unsere Soldaten sollen vor allem für Frieden und Freiheit sorgen, mithin für die Etablierung demokratischer Werte. Doch werden diese Werte den Soldaten in der Ausbildung ausreichend vermittelt? Mehrfach haben wir bereits über die unselige Wehrmachtstradition berichtet, die bis heute in manchen Kasernen zu Hause ist. Caroline Walter und Alexander Kobylinski sind bei ihren Recherchen zur Bundeswehr jetzt erneut fündig geworden – diesmal sogar beim obersten Dienstherr der Bundeswehr.

Verteidigungsminister Jung freut sich. Er ist im letzten Jahr Ehrenmitglied im Bund deutscher Pioniere geworden. Ein Verein, in dem viele Bundeswehrsoldaten Mitglied sind. Aber auch Veteranen der Wehrmacht sind mit dabei.

Merkwürdig: Auf der Internet-Seite des Vereins stoßen wir unter der Rubrik Ehrungen auf eine ganze Liste von Ritterkreuzträgern der Wehrmacht. Wie selbstverständlich stellt der Bund deutscher Pioniere hier seine Verbundenheit mit Hitlers treuesten Soldaten zur Schau. Darunter auch Soldaten von SS-Divisionen wie „Das Reich“ oder „Wiking“. Diese Einheit hat mehrere Massaker an jüdischen Häftlingen begangen.

Trotzdem ist Eberhard Heder, ehemaliger Hauptsturmführer, SS-Wiking, bis heute Mitglied im Bund deutscher Pioniere. Aber auch viele andere Ritterkreuzträger und SS-Leute waren und sind Mitglied in dem Verein und wurden schon geehrt.

Verteidigungsminister Jung scheint nicht genau hinzuschauen, in welche Tradition er sich da begibt.

Winfried Nachtwei, Mitglied im Verteidigungsausschuss des Bundestages, kann sich über das unsensible Verhalten des Ministers nur wundern.

Winfried Nachtwei (B’ 90/Die Grünen), Mitglied Verteidigungsausschuss Bundestag
„Die Ehrenmitgliedschaft des Verteidigungsministers im Bund deutscher Pioniere ist ein völlig falsches Signal, vor allem auch für die Bundeswehrangehörigen, für die Soldaten, von denen wir ja alle an sich erwarten, dass sie sich nicht in einem Boot sehen, in Kontinuität sehen zur Wehrmacht.“

Welch unselige Rolle die Wehrmacht im Alltag der Bundeswehr aber noch spielt – zeigen diese internen Handbücher, die uns zugespielt wurden. Sie werden ganz offiziell von Ausbildern der Bundeswehr seit vielen Jahren benutzt. Einsatznah ausbilden und üben und schießen, so die Titel der Handbücher.

In ihnen lebt Hitlers Wehrmacht auf jeder Seite wieder auf. Hunderte Wehrmachts-Kriegsgeschichten werden hier dem Bundeswehrsoldaten vorgesetzt – die ihn bei der Ausbildung in „Kampf –Stimmung“ bringen sollen.

So findet sich darin zum Beispiel der Erlebnisbericht von einem Panzervernichtungstrupp 1944, Zitat:
„Die Panzerfaust schussbereit lauern wir und verfolgen die Stahlkolosse…Gespannt sehen wir, wie ein Kamerad, die Panzerfaust in der Hand, und von Deckung zu Deckung springend, den Panzer ‚angeht’ wie ein Jäger das Wild …Eine riesige Stichflamme und der Koloß brennt lichterloh.“

Immer wieder auch Landsergeschichten, die den angeblich heroischen Geist der Truppe im Rußlandfeldzug beschwören, Zitat:
„Das Vertrauen zur Führung ist unangetastet. Daß ständig kaum ausgeheilte Verwundete und Halbkranke zum ‚alten Haufen’ drängen, ist …ein Beweis für den Geist der Truppe…“

An anderer Stelle wird ein junger Offizier aus dem Jahr 43 zitiert, der sich über die eingeschlossenen Wehrmachtstruppen in Stalingrad empört, Zitat:
„Es fehlte jeder Kampf- und Abwehrwille.“

Dass vor Stalingrad eine ganze Armee sinnlos verheizt wurde, wird in dem Buch unterschlagen.

Stattdessen präsentiert die Bundeswehr dazu den Merksatz, Zitat:
„Jeder Soldat ist Kämpfer! Jeder Soldat muß feuerbereit sein!“

Dass es Hitlers Wehrmacht war, wird einfach ausgeblendet. In diesen Ausbildungsbüchern wird die Wehrmacht dagegen zum großen Lehrmeister verklärt.

Sogar dort, wo es um die heutige Kampfausbildung geht, bekommt der Bundeswehrausbilder ständig Vorschriften der Wehrmacht vorgesetzt.

Kein Kapitel ohne Rückgriff auf Wehrmachts-Richtlinien oder Merkblätter. Als hätte die Bundeswehr keine eigenen Richtlinien.

So wird auch aus dem Ausbildungsplan einer Divisions-Kampfschule von 1943 zitiert.

Wir schauen im Original nach, was da noch so drinsteht und finden Merksätze wie „Totaler Krieg – Kürzester Krieg!“ Eine passende Lektüre für Bundeswehrsoldaten? Detlef Bald ist Militärhistoriker und hat intensiv über die Wehrmachtstradition in der Bundeswehr geforscht. Wir zeigen ihm die Ausbildungsbücher. Er ist entsetzt.

Detlef Bald, Militärhistoriker
„Tatsächlich wird durch dieses selbstverständliche Übernehmen der Wehrmacht und ihrer Kriegsereignisse, die Wehrmacht politisch gesäubert. Hier wird Geschichte verfälscht und es wird so getan, als sei der Zweite Weltkrieg ein ganz normaler Krieg gewesen und nicht ein ideologischer und ein rassistischer und ein Vernichtungskrieg. Es ist skandalös, dass man eine falsche Tradition zum Normalfall für die Ausbildung in der Bundeswehr herstellt.“

Im Buch Üben und Schießen bedient sich die Bundeswehr sogar beim Thema soldatische Erziehung der Naziliteratur. Hinter dem Namen „Altrichter“ verbirgt sich ein Buch aus dem Jahre 1935 über das Wesen Soldatischer Erziehung. Darin ist vom „völkischen Geist“ des Soldaten die Rede, und:
„Den beherrschenden Mittelpunkt bildet die bei der Vereidigung dem Führer…gelobte Treue.“

Wolfgang Gessenharter war Dozent an der Bundeswehruniversität in Hamburg. Dass die Bundeswehr heute so ein Ausbildungsmaterial einsetzt, konnte er sich nicht vorstellen.

Prof. Wolfgang Gessenharter, ehemaliger Dozent Bundeswehruniversität Hamburg
„Also, wenn ich mir die Verantwortlichen für diese Machwerke ansehe, dann kann ich nur sagen, entweder ist es wirklich fahrlässig und ignorant, was da geschieht, oder es ist das bewusste Unterlaufen des Gesetzesauftrages, nämlich eine Ausbildung zu betreiben, die eben nach den Prinzipien unserer Demokratie funktionieren muss.“

Verantwortlich dafür: das Heeresamt der Bundeswehr. Dort sieht man das Problem mit den Handbüchern nicht. Der General für die Ausbildung weist den Vorwurf zurück, dass die Wehrmacht ein Vorbild für die Bundeswehr sei.

General Walter Spindler, General für die Ausbildung im Heer
„Gleichwohl gibt es militärische Grundweisheiten, die Einzelschützen, die Führer von Verbänden zu verinnerlichen haben. Und militärische Grundweisheiten existierten auch während der 12 Jahre eines totalitären Regimes.“

Der General glaubt, die Ausbilder würden mit den Handbüchern schon richtig umgehen.

Wir treffen einen Soldaten, der diese Bücher in der Ausbildung einsetzt – wie viele andere Ausbilder auch. Er sagt: man müsse die Handbücher aus dem Verkehr ziehen. Weil das Thema Wehrmacht in der Bundeswehr brisant ist, will der Soldat anonym bleiben.

Soldat
„Problematisch ist, dass das einige Soldaten, ich sag mal, geil finden, wenn sie das dann verwenden und sagen, damals wurde heroisch gekämpft. Das ist natürlich für ein Klientel, das äußerst rechts politisch orientiert ist, ein gefundenes Fressen. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass die sich in ihrer Meinung noch bestätigt fühlen, dass ihre politischen Ansichten ja nicht 100%ig falsch sein können, da die Bundeswehr Bücher besitzt, wo Beispiele gebracht werden aus dieser Zeit, wo Kriegsverbrechen begangen wurden.“

Offiziell redet die Bundeswehr immer vom „Staatsbürger in Uniform“. Und: man betreibe keine Traditionspflege mit der Wehrmacht.
Doch bei der Truppe ist die Realität oft eine andere. Panzertruppenschule Munster. Auf dem Kasernengelände gibt es eigens einen Ehrenhain mit vielen Gedenksteinen für Wehrmachtsdivisionen. Dorthin pilgern Wehrmachtsveteranen – hofiert von der Bundeswehr. Der Soldat schildert, was er an dieser Panzertruppenschule erlebt hat.

Soldat
„Wenn man dort den Dienstposten eines Ausbilders übernimmt, hat man automatisch die Verantwortung für einen Wehrmachts-Traditionsverband. Teilweise ist es wirklich sogar befohlen. Da findet dann einmal im Jahr diese zentrale Veranstaltung statt. Ich musste selbst mal so eine organisieren und ich muss sagen, dass mir das sehr unangenehm war, weil dann doch raus kam, dass einige von den alten Wehrmachtskameraden durch und durch braun motiviert waren. Dann kamen die typischen Sprüche.“
KONTRASTE
„Zum Beispiel?”
Soldat
„Ja, wie ,Nur ein toter Russe ist ein guter Russe’ und so Sprüche, dass man die Bolschewiken umgemäht hat, weil sie halt es nicht wert waren zu existieren.“

Falsche Traditionspflege, die Soldaten anfälliger für Rechtsextremismus macht. Bei vielen dokumentierten rechtsradikalen Vorfällen in den letzten Jahren spielt die Wehrmacht eine Rolle.
In einer Kaserne zeigte ein Ausbilder den Hitlergruß, während die Nationalhymne gesungen wurde. In einer anderen wurden Landserhefte an die Soldaten verkauft.
Und bei einer Schießübung von Gebirgsjägern rief ein Soldat „Drecksjud“ und „Stirb du Jud“.

Aber viele Vorfälle kommen erst gar nicht an die Öffentlichkeit.

Soldat
„Also ich bin davon überzeugt, dass die Dunkelziffer wesentlich höher ist, als die Zahl der Vorfälle mit rechtsextremistischem Hintergrund, die gemeldet werden. Mir selber ist es schon vorgekommen, dass Soldaten, die dort sich haben was zuschulden kommen lassen, geschützt wurden, das sie weg gelobt wurden an neue Standorte und dass man versucht hat, diesen Vorfall eigentlich zu vertuschen und zu verharmlosen.“

Die Führung der Bundeswehr reagiert immer erst, wenn ein Problem an die Öffentlichkeit kommt.

Beitrag von Caroline Walter und Alexander Kobylinski

Stand vom 09.04.2009

Dieser Beitrag gibt den Sachstand vom 09.04.2009 wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt.

Quelle: http://www.rbb-online.de/kontraste/archiv/kontraste_vom_9_4/unselige_traditionen.html








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